Glastönung | Förster Optik in Weilheim - Informationen rund ums Gute Sehen

Eine Meisterleistung: So entstehen Ihre Brillengläser

Eine Meisterleistung

Ihre Brillengläser können aus unterschiedlichen Materialien gefertigt werden. Je nach Brillenglasmaterial unterscheiden sich demnach auch die Produktionsverfahren Ihrer Brillengläser.

Es gibt in der Regel zwei verschiedene Grundmaterialien. Man unterscheidet zwischen echtem Glas (Mineral- oder Silikat-Brillenglas) und Kunststoff (organisches Brillenglas). Das Kunststoffmaterial wird erst etwa seit Ende der 1940er-Jahre zur Herstellung von Brillengläsern verwendet, während es Mineral- und Silikat-Brillengläser bereits seit dem frühen Mittelalter gibt.

Je nach dem, für welches Material Sie sich entscheiden, genießen Sie entsprechende Vorteile:

Mineralische Brillengläser:
• kratzfest
• pflegeleicht
• widerstandsfähig
• säure- und laugenbeständig

Kunststoffbrillengläser:
• leichter als mineralische Brillengläser
• hohe Bruchfestigkeit
• splittern nicht
• beständig gegen Funkenflug
• leichte Einfärbung – daher in (fast) allen Farben erhältlich
• höherer UV-Schutz

Kunststoffbrillengläser bestehen aus Halbfabrikaten und werden im sogenannten Gussverfahren hergestellt. Bestimmte Stoffe (Monomere) werden in Gießformen gefüllt. Anschließend folgen spezielle Zusatzstoffe wie beispielsweise UV-Absorber. Eine chemische Reaktion führt zur Aushärtung der Stoffe, ein Halbfabrikat ist das Ergebnis. Bei mineralischen Gläsern ist der Prozess sehr ähnlich: Hier wird aus der flüssigen heißen Glasschmelze ein Brillenglas-Halbfabrikat gefertigt.

Auf dem entstandenen Rohling wird ein Blockstück angebracht, um die Gläser in den Werkzeugmaschinen zu fixieren. Nun wird auf der Rückseite des Brillenglases die optische Wirkung eingearbeitet. Das sind die Werte für Ferne, Nähe und der Ausgleich für eine eventuelle Hornhautverkrümmung.

Wenn es sich um eine individuelle Fertigung handelt, werden auch weitere optische Werte wie die Pupillendistanz, die Glasnähe zum Auge, die bevorzugte Leseentfernung und ähnliche individuelle Daten angepasst, die das gute Sehen mit der Brille optimieren. Diese ganzen Werte liest die Maschine von einem Datenchip ab, der vorher erstellt wurde.

Im Anschluss hieran wird das Brillenglas sorgfältig poliert und erhält die Gravur des Herstellers.

Farbbad Färben Kunststoffgläser
Werden farbige Brillengläser gewünscht, beginnt jetzt der Färbeprozess: Die Farben, die hierfür genutzt werden, sind ähnlich derer, die auch für die Textilfärbung zum Einsatz kommen. Die Kunststoffbrillengläser nehmen ein Tauchbad in der entsprechenden Farbe, die tief in das Material eindringt. Mineralischen Brillengläsern wird die Farbe in mehreren Schichten mithilfe von bestimmten Metalloxiden aufgedampft. Daher ist die Farbauswahl hier begrenzt.

Kunststoffbrillengläser bedürfen im nächsten wichtigen Schritt einer Beschichtung: Hier gibt es verschiedene speziell angepasste Lacke, die – je nach Funktionswunsch – auf die Gläser aufgebracht werden. Eine moderne Beschichtung kann bis zu neun Einzelbeschichtungen inklusive der Entspiegelungsschicht umfassen. Besonders glatt und schmutz- bzw. wasserabweisend wird das Brillenglas durch die letzte Schicht. Mineralische Brillengläser hingegen bekommen in der Regel nur eine Entspiegelungsschicht aufgedampft. Im letzten Schritt überprüft die Qualitätssicherung die Brillengläser auf »Herz und Nieren«: Stimmen alle Refraktionswerte mit der Bestellung überein? Entsprechen die Gläser im Design, in der Dicke und im Durchmesser allen angeforderten Kriterien?

Erst wenn alle Daten übereinstimmen, erfolgt die Freigabe und der Versand der Brillengläser für den Einsatz in Ihre neue Brillenfassung.

Die Funktion selbsttönender Brillengläser

pm_1788465-300x200
Wahrscheinlich kennen Sie diese Situation ganz genau: Bei der Auto- oder Motorradfahrt oder auch beim Radeln scheint Ihnen die Sonne in die Augen und blendet Sie störend. Leider stellen Sie fest, dass Sie Ihre Sonnenbrille mal wieder nicht zur Hand haben.

Eine solche Situation würde mit selbsttönenden (phototropen) Brillengläsern kein Problem mehr darstellen: Phototrope Brillengläser färben sich bei Sonneneinstrahlung selbstständig ein.

Automatische Glastönung
Sogar ein geringer Sonnenlichteinfall reicht aus, damit die Gläser Ihrer Aufgabe gerecht werden. Betreten Sie anschließend einen Raum oder schwächt die Einstrahlung des Sonnenlichts auf die Gläser enorm ab, werden die Gläser innerhalb kürzester Zeit wieder klar.

Beim speziellen Fertigungsprozess werden den mineralischen Brillengläsern (Glas) bestimmte Stoffe zugemischt, so genannte Silberhalogenoide. Diese Stoffe reagieren bei zunehmender UV-Einstrahlung und absorbieren das Licht.

Schnelle Reaktionszeiten
Phototrope, mineralische Gläser sind jedoch temperaturabhängig, d. h. bei kalter Wetterlage reagieren sie schneller als bei milden, also warmen Temperaturen. Bei Brillengläsern aus Kunststoff jedoch werden Indolino-Spironaphtoxazine als absorbierende Stoffe verwendet. Dieses Kunststoffmaterial ist bereits im Basiszustand sehr gering getönt. Anders als mineralische Gläser reagieren diese Gläser bei allen Temperatureinflüssen gleich schnell. Bei Kunststoffgläsern ist diese spezielle Schicht auf der Vorderfläche der Brillengläser aufgebracht. Somit tönt das Brillenglas unabhängig von der Dicke immer gleichmäßig ein. Fragen Sie bei Ihrem Augenoptiker nach phototropen Gläsern – der Fachmann kann Sie umfassend beraten.